eTherapy App für Kinder mit ADHS

MATS wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Vision

Das Ziel unseres Projektes ist die Entwicklung einer mobilen Trainingsapplikation als Ergänzung einer Therapie von Grundschulkindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ (Hyperaktivitäts-)Störung (ADHS).

Die MATS-App soll die Selbstregulation der Kinder fördern. So werden anhand von Denkspielen die Exekutivfunktionen als grundlegende Arbeitsprozesse im Gehirn trainiert (kognitives Training). Außerdem erlernen die Kinder anhand eines Verhaltenstrainings verschiedene Strategien zum Umgang mit schwierigen Alltagssituationen.

Im Fokus der App steht das Kind. Jedoch werden die Eltern zu großen Teilen in das Verhaltenstraining miteinbezogen, um ihrem Kind unterstützend zur Seite stehen zu können.

MATS wird als zertifiziertes Medizinprodukt als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGa) auf Rezept erhältlich sein.

Was ist ADHS?

Beispielhaft erklärt von zwei aus über 150 interaktiven Tutorials direkt aus der MATS-App

Aus Sicht der Kinder

Aus Sicht der Eltern

Studienvorstellung


Überblick:

  • Planung von drei Evaluationsstudien
  • Zielgruppe: Familien mit einem Grundschulkind (2.-4- Klasse) mit einer diagnostizierten ADHS
  • Tablets mit der MATS-App werden kostenlos bereitgestellt
  • telefonische Begleitung während der Studienlaufzeit
  • angemessene Aufwandsentschädigung für die Studienteilnahme
  • Teilnahme von Zuhause aus

Studie 1 – Evaluationsstudie zur Funktionalität der MATS-App

  • Studienstart: Ende 2021
  • Studiendauer: ca. 2 Wochen
  • Studieninhalt: Testung einer Kurzversion der MATS-App
  • Studienziel: Untersuchung der Nutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit der MATS-App
  • Studienablauf: 1 Termin an der Universität, alles weitere von Zuhause aus.

Studie 2 – Evaluationsstudie der Fördereffekte des kognitiven Trainings

  • Studienstart: voraussichtlich Ende 2021
  • Studiendauer: ca. 6-7 Wochen
  • Studieninhalt: regelmäßige Nutzung eines Spiels der MATS-App
  • Studienziel: Untersuchung der Wirksamkeit des kognitiven Trainings auf die Reduktion der ADHS-Kernsymptome
  • Studienablauf: 1 Termin an der Universität, alles weitere von Zuhause aus

Studie 3 – Evaluationsstudie der Fördereffekte der MATS-App

  • Studienstart: voraussichtlich Anfang 2022
  • Studiendauer: ca. 4 Monate
  • Studieninhalt: regelmäßige Nutzung der MATS-App
  • Studienziel: Untersuchung der Wirksamkeit der MATS-App auf die Reduktion der ADHS-Kernsymptome
  • Studienablauf: 1 Termin an der Universität, alles weitere von Zuhause aus

Timing


2022

  • Evaluationsstudie zum Fördereffekt der MATS-App
  • Datenanalyse der Pilotstudie
  • MATS auf Rezept: DiGa Anmeldung

2021

  • Studiendesign, Genehmigung des Ethikrates und Rekrutierung
  • Evaluationsstudie zur Funktionalität der MATS-App, Evaluationsstudie zu Fördereffekten des kognitiven Trainings

2020

  • Feinabstimmung des Best Practice-Katalogs von Experten und Fokusgruppen mit Kindern, ihren Eltern, Kinderärzten, Schulpsychologen und Therapeuten
  • Prototypenentwicklung mit Schwerpunkt Spielmechanik und Intervention
  • Empirische Fokusgruppenstudie

2019

  • Erfassung und Katalogisierung bestehender evidenzbasierter internationaler Interventions-/Therapieansätze. Erste Ergebnisse liegen seit Mai vor.
  • Anforderungskatalog für digitale Trainings-Applikation & Designdokumentation
  • Best Practice-Katalog evidenzbasierter Interventions-/Therapieansätze

Das wissenschaftliche 360° Konzept von MATS

MATS deckt viele Bereiche rund um ADHS ab:


  • 1. Hauptmerkmale

    Eine spielerische App für Kinder und Eltern zum Einsatz in der ADHS-Therapie. 45 Trainingstage, 3x / Woche, täglich eine inhaltlich-strategische Einheit und kognitives Training. Ein erfolgreicher Transfer des Gelernten in den Alltag ist ein kritischer Punkt. Angebot persönlicher oder telefonischer Unterstützung für die Eltern.

  • 2. Alter

    6 – 10 Jahre

  • 3. Kind - Erste Priorität

    Der Fokus unserer MATS-App liegt auf der Unterstützung der Kinder. Eltern haben Zugang zu zusätzlichen Funktionen, die sie bei der Unterstützung des Kindes zu Hause und während der Therapie begleiten.

  • 4. Verknüpfung von kognitivem Training und Verhaltenstraining

    Studien deuten darauf hin, dass kognitive Trainings wirksamer in der Reduktion der ADHS-Kernsymptome sind, wenn zusätzlich der Transfer in Alltagsfähigkeiten gefördert wird. Die MATS-App ist die erste App, die dies umsetzt.

  • 5. Technologie

    Eine Expertenmischung aus digitaler Gesundheit und Therapie. Bewusste Vermeidung von Reizüberflutung. Spielfreude mit doppelter Fokussierung auf Motivation. Mobil zuerst. Verfügbar für iOS, Android, Amazon FireOS. Gebaut mit Unity.

  • 6. Fokus Verhaltenstraining

    Motivation und Volition, sowie der Emotionsregulation. Im Spezifischen werden folgende Strategien erlernt: Mentales Kontrastieren, Wenn-Dann-Pläne, Etablieren von Routinen, antizipatorische Emotionsregulation durch eine Situationsmodifikation, Signalkarten und lautes Denken, sowie Punktepläne als Verstärkerpläne. Diese Strategien werden anhand verschiedener Alltagssituationen eingeübt. Der Fokus liegt dabei auf häuslichen Situationen, die ein Selbstmanagement der Kinder erfordern. Neben der obligatorischen “Hausaufgabenzeit” stehen sechs weitere Situationen zur Wahl: Das Taschepacken, das Aufräumen, der Morgen, der Abend, die Bildschirmzeit und am Esstisch.

  • 7. Fokus Kognitives Training

    Das kognitive Training trainiert die Exekutivfunktionen und Metakognition der Kinder. Dazu gibt es fünf verschiedene Mini-Games, die die fokussierte und geteilte Aufmerksamkeit, das Shifting, das Updating und die Handlungsplanung adressieren.

  • 8. Starke Partner

    Universität Duisburg-Essen, Abteilung für Informatik und angewandte Kognitionswissenschaften, Entertainment Computing. Technische Universität Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften – Bildung, Schule, Inklusion. MATS wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

  • 9. Das offene Ohr / Unterstützung

    mats@meistercody.com oder +49 211 730 63511

Wie werden die Kinder motiviert?


Das Projekt zeichnet sich durch die besondere Berücksichtigung der motivationalen Wirkung von Computerspielen aus. Durch enge Verknüpfung von Erkenntnissen aus der Videospielforschung mit dem Entwicklungsprozess soll ein besonders hoher Grad an Motivation generiert und diese durch die Ausrichtung an der besonderen Bedürfnislage der Zielgruppe nachhaltig aufrechterhalten werden. Neben der Rahmengeschichte um Mats und Matti ist für die Kinder nach jeder Trainingslektion ein Belohnungsspiel enthalten. Das steigert die Motivation, am nächsten Tag weiter zu trainieren.

Projektseite von Prof. Dr. Jörg-Tobias Kuhn von der TU-Dortmund

Fakultät Rehabilitationswissenschaften – Bildung, Schule, Inklusion
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Projektseite von Prof. Dr. -Ing. Maic Masuch von der Universität Duisburg-Essen

Abteilung für Informatik und angewandte Kognitionswissenschaften, Entertainment Computing
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Einladung zur Studienteilnahme


Veröffentlichungen


Publikationen aus der Entwicklung und/oder Validierung von Meister Cody – ADHS:

Graf, L., Scholemann, L., Masuch, M. (2021). Designing VR Games with Gaze Control for Directing Attention of Children with ADHD. Entertainment Computing Group University of Duisburg-Essen, Duisburg, Germany

Ring, Patrizia (2020). A Comparison of the Effects of Mindfulness Meditation and Breathing Relaxation on Concentration, Attention and Physical Relaxation (Unveröffentlicht Masterarbeit). University of Duisburg-Essen, Faculty of Engineering, Department of Computer Science and Applied Cognitive Science, Entertainment Computing, Duisburg.

Publikationen, die wir besonders interessant finden

Bikic, A., Reichow, B., McCauley, S. A., Ibrahim, K., & Sukhodolsky, D. G. (2017). Meta-analysis of organizational skills interventions for children and adolescents with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Clinical Psychology Review, 52, 108–123.

Catalá-López, F., Hutton, B., Núñez-Beltrán, A., Page, M. J., Ridao, M., Macías Saint-Gerons, D., . . . Moher, D. (2017). The pharmacological and non-pharmacological treatment of attention deficit hyperactivity disorder in children and adolescents: A systematic review with network meta-analyses of randomised trials. Plos One, 12(7), 1–31.

Cortese, S., Ferrin, M., Brandeis, D., Buitelaar, J., Daley, D., Dittmann, R. W., . . . Sonuga-Barke, E. J. S. (2015). Cognitive training for attention-deficit/hyperactivity disorder: Meta-analysis of clinical and neuropsychological outcomes from randomized controlled trials. Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 54(3), 164–174.

Gawrilow, C., & Rauch, W. A. (2017). Selbstregulationsfähigkeiten und exekutive Funktionen im Entwicklungsverlauf bei Vorschul- und Schulkindern [Self-regulation skills and executive functions in the developmental course of preschool age and school age children]. In U. Hartmann, M. Hasselhorn, & A. Gold (Eds.), Entwicklungsverläufe verstehen – Kinder mit Bildungsrisiken wirksam fördern. Forschungsergebnisse des Frankfurter IDeA-Zentrums (S. 158–174). Stuttgart: Kohlhammer.

Majewicz-Hefley, A., & Carlson, J. S. (2007). A Meta-Analysis of Combined Treatments for Children Diagnosed With ADHD. Journal of Attention Disorders, 10(3), 239–250.

Schmid, J., Guderjahn, L., & Gawrilow, C. (2017). Trainings zur Förderung der Selbstregulation von Kindern und Jugendlichen mit ADHS [Training programs for the promotion of self-regulation in children and adolescents with ADHD]. In U. Hartmann, M. Hasselhorn, & A. Gold (Eds.), Entwicklungsverläufe verstehen – Kinder mit Bildungsrisiken wirksam fördern. Forschungsergebnisse des Frankfurter IDeA-Zentrums (S. 385–402). Stuttgart: Kohlhammer.

Sonne, T., Müller, J., Marshall, P., Obel, C., & Grønbæk, K. (2016). Changing Family Practices with Assistive Technology. In J. Kaye, A. Druin, C. Lampe, D. Morris, & J. P. Hourcade (Eds.), Proceedings of the 2016 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems – CHI ’16 (S. 152–164). New York, New York, USA: ACM Press.

Sonuga-Barke, E., Brandeis, D., Holtmann, M., & Cortese, S. (2014). Computer-based cognitive training for ADHD: A review of current evidence. Child and Adolescent Psychiatric Clinics of North America, 23(4), 807–824.

Takacs, Z. K., & Kassai, R. (2019). The efficacy of different interventions to foster children’s executive function skills: A series of meta-analyses. Psychological bulletin, 145(7), 653-697.